RGB-Lichtfarben und CMYK-Druckfarben kurz erklärt

Was sind RGB-Lichtfarben? Weshalb benötigt man CMYK-Druckfarben? Diese beiden Farbräume werden auf dieser Seite kurz und einfach verständlich in Wort und Bild erklärt.

 

RGB (ROT, GRÜN und BLAU) ist ein additives Farbmodell für Licht

 

Das menschliche Farbsehen lässt sich gut mit dem additiven Farbmodell beschreiben. Bildschirme von Smartphones und TVs und Beamer verwenden die Farben ROT, GRÜN und BLAU. Das menschliche Farbsehen basiert auf drei Zapfentypen, weshalb technische Systeme wie Bildschirme das additive RGB-Farbmodell verwenden.

 

Wir können RGB-Farbwerte digital speichern, aber wir können diese nicht direkt auf Papier oder materielle Dinge transferieren.

Dazu benötigen wir Druckfarben im subtraktiven Farbmodell CMY (oder CMYK).

 

CMYK (CYAN, MAGENTA, YELLOW und BLACK) ist ein subtraktives Farbmodell für den Druck

 

Das funktioniert so, dass Lichtfarben (RGB) durch Druckfarben (CMYK) absorbiert werden. Weisse Flächen reflektieren den grössten Teil des einfallenden Lichts. Alle Druckfarben zusammen (oder BLACK) absorbieren den grössten Teil des Lichts, wodurch sich die Fläche stärker erwärmt. Das ist der Grund, weshalb im hellen Sonnenlicht weisse Flächen wie Schnee stark blenden und schwarze Flächen (z.B. Autos) heiss werden.

 

CYAN, Magenta und YELLOW aufeinander gedruckt würden theoretisch chwarz ergeben, praktisch jedoch ein dunkles Braun, weshalb Schwarz (K) verwendet wird. Da ein sehr hoher Gesamtfarbauftrag drucktechnisch problematisch ist und perfekte CMY-Farben nicht gibt, verwendet man BLACK als vierte Druckfarbe.

 

Es gibt für RGB-Farben nicht eine fixe Umrechnung in CMYK, weil die CMYK-Werte abhängig vom Druckverfahren und Druckmaterial sind.

Grafik Additives-Farbmodell mit Rot, Grün und Blau (RGB) by TRIO-CONCEPT Thomas Haefliger
Das additive Farbmodell funktioniert so, dass WEISS entsteht, wenn die Lichter in ROT, GRÜN und BLAU voll aufgedreht sind. Schalten wir BLAU aus und verwenden nur noch Lichtquellen in ROT und GRÜN, dann sehen wir GELB.

Additives Farbmodell RGB

 

RGB-Farbraum für Fotos, Monitore und generell für die Bildbearbeitung und Archivierung. Digitalkameras erzeugen also RGB-Bilder.

 

Vorteile

  • Grösserer Farbraum als CMYK
  • Weniger Speicherplatzbedarf als CMYK (3 statt 4 Kanäle)
  • Die meisten Filter in Photoshop sind nur im RGB-Modus uneingeschränkt verfügbar
  • Optimal als Basis für weitere Anwendungen

 

Nachteile

  • RGB-Farben können nicht direkt gedruckt werden und müssen zuerst in ein geeignetes CMYK-Format (oder in abgemischte Buntfarben) umgerechnet werden.
  • Für viele Menschen wirkt das additive Farbmodell weniger intuitiv: Weshalb rotes und grünes Licht als gelb wahrgenommen werden, ist gefühlt unlogisch, nicht wahr?
Grafik Subtraktives Farbmodell mit Cyan, Magenta und Yellow (CMY/CMYK) by TRIO-CONCEPT Thomas Haefliger
Das subtraktive Farbmodell funktioniert so, dass jede Druckfarbe eine Lichtfarbe absorbiert. CYAN absorbiert ROT, MAGENTA absorbiert GRÜN und YELLOW absorbiert BLAU. Alle zusammen angenähert alles Licht, was wir als SCHWARZ wahrnehmen.

Subtraktives Farbmodell CMYK

 

CMYK als Standard im Druck. Nebst CMYK kann man Farben auch abmischen, nicht nur für den Druck, sondern auch zum Malen.

 

Vorteile

  • Man kann mit CMYK drucken und RGB-Farbwerte auf Papier archivieren.
  • CMYK wird von vielen als einfacher verständlich (logischer) empfunden als RGB:
    Die meisten haben schon die Erfahrung gemacht, dass beim Malen einer Sonne mit gelber Farbe auf einen blauen Himmel, die Sonne grünlich erscheint. Oder dass Gelb über Rot zu Orange wird.

 

Nachteile

  • Kleinerer Farbraum als RGB
  • Grössere Dateien als RGB (4 statt 3 Kanäle)
  • CMYK-Werte sind im Druck abhängig vom Druckverfahren und Papier. Es gibt also nicht die perfekten CMYK-Werte

 

Praxis-Tipp von TRIO-CONCEPT

 

Für Bilder möglichst immer RGB verwenden und CMYK erst am Ende bei der Druckdatenerstellung mit für das Druckverfahren passendem Farbprofil in CMYK konvertieren. Das kann man zum Beispiel über High-End-PDFs für den Druck.

 

 

Welche Farbe ist im Druck besonders anspruchsvoll?

 

Ein mitteldunkles Blau ist im Druck sehr heikel. Blau auf Zeitungspapier, in einer Hochglanzbroschüre, auf einem Digitaldruckflyer und auf Siebdruckklebern wird immer sichtbare Abweichungen haben. Erst recht im Vergleich zum Bildschirm.

 

Um Farbabweichungen möglichst gering zu halten, gibt es auf Ausgabegeräte optimierte Farbprofile und Workflows mit kalibrierten Bildschirmen in Normlicht. Damit stoppen wir hier, denn jetzt wird's kompliziert.